Krueger-Beine
Operative Therapie
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Therapie von Erkrankungen des venösen-, arteriellen- und Lymphgefäßsystems

 

Operative Therapie

Unser Hauptschwerpunkt ist die operative Therapie des Krampfaderleidens (Varikose).

 

Hämodynamisch wirksame Krampfadern sind kein kosmetisches Problem, sondern eine Krankheit, die behandlungsbedürftig ist.
Ausdruck der Erkrankung sind die unterschiedlichen Schweregrade einer chronisch venösen Insuffizienz bis hin zum sog. “offenen Bein” (Ulcus cruris venosum oder Ulcus cruris postthromboticum).
Bei transfascialen Insuffizienzen und Klappenschlußunfähigkeiten der oberflächlichen Stammvenen besteht Anzeige zur operativen Sanierung. Ausführliche Informationen siehe “Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie (DGP)”.

 

Vor der OP
Am Tag vor der OP erfolgt nochmals ein ausführliches Aufklärungsgespräch in welchem Sie alle verbleibenden Fragen stellen können und beantwortet bekommen. Gleichzeitig werden die Krampfadern mit einem wasserfesten Stift angezeichnet, da sie ja nicht mehr sichtbar sind, wenn Sie auf dem OP-Tisch liegen.

 

Unsere Verfahren
Zur Zeit werden überwiegend Teilstrippingverfahren der Stammvenen bis zum distalen Insuffizienzpunkt in invaginierender Technik von proximal nach distal durchgeführt. Dadurch können Komplikationen auf ein Minimum reduziert werden. Seltener erfordert der Befund auch einmal eine Totalstripping-Operation. Die Seitenastvarizen werden mittels Mini-Phlebektomie/Mikro-Phlebektomie entfernt. Diese Methode wird auch als narbenfreie OP bezeichnet, da nach Narbenreifung die kleinsten 1-3 mm langen “Närbchen” praktisch nicht mehr sichtbar sind.

 

In der Leiste erfolgt ein Schnitt von 3-4 cm. An wenigen anderen Stellen (oft nur eine unterhalb des Kniegelenkes) können kleine Schnitte von 5-8 mm nötig werden. Diese werden in Spaltlinienrichtung der Haut durchgeführt und verheilen deshalb sehr fein, so dass sie später ebenfalls kaum sichtbar sind. Die Wunden ab 5 mm Länge werden in versenkter Naht- und zusätzlicher Klebetechnik verschlossen, so daß kein Ziehen von Hautfäden nötig wird. Stichinzisionen unter 5 mm werden nur geklebt.

Zunehmend nimmt das Radiowellenverfahren (VNUS closure fast) den ihm gebührenden Raum ein. (Info).

 

Betäubungsart
Die Operationen
erfolgen bei garantierter Radikalität (Vollständigkeit der erforderlichen operativen Massnahmen) ausschließlich in einer Sonderform der örtlichen Betäubung (Tumeszenz-Anästhesie).
Das heißt es wird keine Spritze im Bereich der Lendenwirbelsäule wie bei Lumbal- oder Periduralanästhesie gesetzt.

 

Der Vorteil dieses Vorgehens besteht darin, dass die Unterschenkel-Muskulatur nicht betäubt ist und so die Gelenk-Muskelpumpe zur Thromboseprophylaxe durchgehend zur Verfügung steht. Somit besteht zu keiner Zeit eine Immobilisationsphase, in der die Thrombosen entstehen können. Vollnarkose, Lumbal- oder Peridual-Anästhesie sind immer mit Immobilisationsphasen verknüpft. Ausserdem sind diese Verfahren mit unterschiedlichen Nachwirkungen belastet.

 

Ängstliche Patienten
erhalten selbstverständlich ein beruhigendes Medikament gespritzt, welches Angst- oder Erregungszustände beseitigt. Die Dosierung kann ganz individuell bis hin zum Dämmerschlaf gestaltet werden.

 

Vorteile der örtlichen Betäubung
Das geschilderte Betäubungsverfahren in Kombination mit der ambulanten Durchführung der OP senkt die Thrombosegefährdung auf ein maximal erreichbares Minimum herab.
Dennoch erfolgt zusätzlich für einige Tage eine Thromboseprophylaxe mit niedermolekularem Heparin.
Ein weiterer Vorteil der Arbeit mit örtlichen Betäubungsmitteln besteht darin, daß ein erster Wundschmerz erst nach Stunden spürbar wird, während z. B. nach Vollnarkose der Wundschmerz unmittelbar nach dem Wachwerden auftritt. Dieser frühe Wundschmerz ist auch stärker. Unsere Patienten beschreiben den Wundschmerz lediglich als ein gewisses Brennen. Alle Patienten bekommen natürlich dennoch 2 Schmerztabletten für den Bedarfsfall mit nach Hause. Mehr als 50% der Patienten benötigen diese jedoch nicht.

 

Nach der OP
Wenn Sie die Praxis nach einigen Stunden verlassen, können Sie nachmittags bereits wieder einen kleinen Spaziergang unternehmen. Nach der OP und bei jedem weiteren Vorstellungstermin werden Ihnen alle Details der weiteren Nachbehandlung genau geschildert. Kompressionstrümpfe sind in der Regel 6 Wochen zu tragen.

 

Altersgrenze für OP ?
Eine Altersgrenze zur operativen Sanierung besteht heute praktisch nicht mehr, da die allgemeine Belastung des Körpers besonders unter den o. g. Bedingungen gering ist. Dennoch sind Operationen jenseits des 80. Lebensjahres eher selten angezeigt.

 

Erfahrung
Wir führen in unserer Praxis unter tagesklinischen Bedingungen ca. 1000 derartige Operationen jährlich durch. Ernsthafte Komplikationen mußten wir noch nicht erleben, insbesondere keine Thrombosen.

 

Weitere operative Möglichkeiten bei Venenerkrankungen sind in den o. g. Leitlinien geschildert. Rezidivvarizen werden in unserer Praxis nach diesen Prinzipien ebenfalls operiert. Die crurale Fascienchirurgie ist eher dem stationären Sektor vorbehalten.

 

Neue Methoden
In letzter Zeit gewinnen zunehmend neue innovative Methoden, wie Radiowellenverschluß (VNUS closure fast www.vnus.de) sowie Schaumverödung der Stammvenen an Bedeutung.
Diese Verfahren haben ebenfalls das Ziel, die insuffizienten Strecken der Stammvenen zu verschließen. Anstelle einer Entfernung, wie bei der klassischen Operation, zielen diese Verfahren darauf ab, die Stammvenen von innen her mit Radiowellenenergie oder Lasertherapie so zu behandeln, daß Sie vernarben. Diese “Narben” werden im weiteren Verlauf vom Körper um- und abgebaut. Damit ist die Stammvene nicht mehr nachweisbar.

Es zeichnet sich immer mehr ab, daß sich in Deutschland das Radiowellenverfahren (VNUS closure fast) durchsetzt.

Erfahrungen mit dieser Technik bestehen international seit 1998. In Deutschland wird sie seit dem Jahr 2000 praktiziert. Von Jahr zu Jahr ist die Technik optimiert worden.

Die Betäubung erfolgt in einer Sonderform der örtlichen Betäubung (Tumeszenz-Lokalanästhesie).

Sämtliche Arbeitsgänge werden unter Ultraschallkontrolle durchgeführt. Die Kurzzeitigen und mittelfristigen Ergebnisse sind sehr gut und somit denen der klassichen Operationsmethoden ebenbürtig.
Langzeitergebnisse können allerdings z. Zt. noch nicht vorliegen. Es besteht jedoch die berechtigt Hoffnung, daß ein Wiederauftreten von Krampfadern (sog. echte Rezidive) seltener erfolgen als nach einer Standard-Operation.

Die wesentlichen Vorteile sind:

  - kosmetisch bestmögliches Resultat (keine Narben), da nur eine Punktion der Vene
   durchgeführt wird
  - kein Leistenschnitt nötig
  - geringe Einblutung ins Gewebe oder in die Haut
  - geringe Schmerzbelastung
  - annähernd normale Beweglichkeit und Belastbarkeit bereits am Tage nach dem
   Eingriff
  - kürzere Arbeitsunfähigkeit
  - kürze Pausenzeiten für sportliche Betätigungen
  - auch bei Schrittmacherpatienten anwendbar
  - sogenannte “blutverdünnende” Medikamente (wie z. B. Marcumar und ASS)
   müssen nicht, wie bei der Standardoperation notwendig, abgesetzt werden

Ich habe die Entwicklung dieser OP-Technik in den letzten Jahren intensiv verfolgt und mich überzeugen lassen, daß sie sich in vielen Fällen zu einer empfehlenswerten alternativen Methode entwickelt hat.

Bei Interesse erhalten Sie weitere ausführliche Informationen in der Praxis.

 

Die ultraschallgestützte Schaumverödung setzen wir bevorzugt bei Seitenast- und Rezidivvarikosen ein.
Das neue an dieser Methode ist das Aufschäumen des Verödungsmittels und die gezielte Injektion in die Krampfader unter Ultraschallkontrolle. Der Verödungsschaum hat nicht nur den Vorteil, daß er mit Ultraschall kontrollierbar ist, sondern daß der Verödungserfolg besser ist, als bei der bisher üblichen Flüssigkeitsverödung (Flüssigkeiten vermischen sich mit dem Blut, Schaum verdrängt das Blut und der schädigende Kontakt mit der Veneninnenwand ist intensiver.

Die ebenfalls in verschiedenen Medien präsente Chiva-Methode halte ich für keine echte Alternative.

 

Die arterielle operative Therapie erfolgt in Kooperation mit den regionalen gefäßchirurgischen Kliniken.

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